Luisengarten auf www.Stephanotis.de Mein Garten Über mich

Laufband

"Am leuchtenden Sommermorgen geh ich im Garten herum. Es flüstern und sprechen die Blumen, ich aber, ich wandle stumm. (Heinrich Heine).

Dienstag, 16. August 2022

Bleiwurz

 Blaues Wunder


Nachdem der Garten jetzt nach den heißen, trockenen Tagen und unerträglichen Hitzeperioden, seine Frische gänzlich lassen musste, gibt es einen der diesen Widrigkeiten trotzt. Ein kleines unscheinbares Pflänzchen das entweder durch seine Farbe oder durch Masse auffällt.


Ceratostigma plumbaginoides


Ein Blau, wo selbst ein Enzian neidisch werden könnte. Ein Blau so klar wie ein Bergsee...




Dieses Gewächs stammt aus Asien und kann mit einem Sommer, so wie diesen, prima umgehen. Er liebt Sonne bis Halbschatten und auch in Trockenmauern fühlt er sich wohl. 





Als Ausläufer treibender Bodendecker ist er Konkurrenzstark. Er benötigt wenig Pflege und im Herbst zeigt er eine wunderbare leuchtend rote Blattfärbung.


Ich nenne ihn den kleinen Prinz, da er selbst bei diesen Temperaturen die Contenance bewahrt!

Dienstag, 9. August 2022

Grabgestaltung

 Hauswurz


Das Grab meiner Eltern liegt in einer anderen Gemeinde, es ist einige Kilometer entfernt, um mal eben gießen zu gehen. Deswegen habe ich mich für eine relativ pflegeleichte Bepflanzung entschieden. Sempervivum, ein Dickfleisch Gewächs, das in voller Sonne zu Höchstleistungen auffährt und dabei so gut wie kein Wasser braucht. Im Gartencenter habe ich mich mit ein paar Exemplaren eingedeckt und den Rest aus meinem Garten entnommen. Um das Ganze nicht zu langweilig wirken zu lassen habe ich noch knorrige Äste, Steine und Sand als Gestaltungsmittel eingesetzt.





Los ging`s! Alles in das Auto gepackt und dann Richtung Friedhof. Zuerst musste ich auf dem Grab die in den letzten Zügen liegenden Pflanzen entfernen, Sand unter die Erde mischen und mir überlegen wie ich was, wohin pflanzen will.





Das war schnell erledigt und das Grab erstrahlte in neuem Glanz. Mit großartigem Farbspiel kann können die Undurstigen zwar nicht auftrumpfen, doch ab und zu könnte eine Blüte sich in den Himmel recken. Nach der Blüte stirbt diese Pflanze ab und macht Platz für die nächste Generation.





Zu erwähnen sind die verschiedenen Blattstrukturen, die den Reiz dieser Pflanzengruppe ausmacht. Von hellgrün, dunkelgrün, rötlich, behaart, unbehaart, glänzend oder in der Blattform eigen, sind es kleine Kunstwerke, die ein genaueres betrachten erfordern.




Sie sind winterhart und brauchen deshalb keinen Schutz.








Sonntag, 31. Juli 2022

Präriebeet

 Die Trockenspezialisten




Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit, bei uns im Umweltzentrum, ein Präriebeet zu besichtigen. Es war Nachmittag, die Sonne brannte und wir standen mit einer Hand voll Menschen vor der Pflanzung.



Vor 2 Jahren wurde die Rabatte angelegt und man könnte meinen das sie schon immer dort war. Eine üppige Vegetation aus Stauden die mit widrigen Bedingungen zurechtkommen.



Diese an Hitze gewöhnten Stauden sind klimafreundlich, pflegeleicht, bieten eine biologische Vielfalt sowie einen artenreichen Lebensraum. An den aus überwiegend aus Nordamerika stammenden Pflanzen labten sich Insekten aller Art.



 Schmetterlinge, Bienen, Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen, Käfer auch Eidechsen lugten ab und zu aus dem Beet. Durch die Staffelung und Gruppierung der unterschiedlichen Gräser und Stauden zeigte sich ein lebendiges Bild. Die Gräser wiegten sich leicht im Wind und die farbenfrohen Blüten erfreuten das Auge.



Das Präriebeet ist eine naturnahe Mischung aus robusten, für Hitze geeigneten amerikanischen Stauden und Gräsern. Heimische Frühlingsblüher und bodenbedeckende Pflanzen bereichern dieses Beet.




Im Grunde genommen eine pflegeleichte Geschichte nur am Anfang braucht es Unterstützung durch Wasser und gegen Wildwuchs. Die Pflanzen bleiben über den Winter stehen und werden Ende Februar zurückgeschnitten. Bis dahin dienen die Samenstände den Vögeln als Winterfutter und Insekten finden Verstecke zum Überwintern.




Das ökologische Gleichgewicht wird durch die hohe Artenvielfalt stabilisiert und macht den Garten robuster gegen Störungen durch Schädlinge.





Die Bodenbeschaffenheit sollte durchlässig und etwas kalkhaltig sein. Mit Sand wird abgemulcht.


Präriebeete lassen sich auch mit heimischen Stauden gestalten, die könnte man als  Trockenbeete, Wildblumenbeete oder Kiesbeete bezeichnen.


Pflanzplan zum Präriebeet:


-  Aster ageratoides

-  Echinops ritro

-  Rudbeckia maxima

-  Aster amellus

-  Anaphalis triplinervis

-  Penstemon digitalis

-  Echinaceae Pupurea Magnus

-  Echinaceae pallida

-  Liatris spicata

-  Origanum vulgare

-  Stipa gigantea

-  Stipa tenuissima

-  Allium senescens

-  Calamintha nepeta

-  Euphorbia

-  Stachys

-  Sedum


Dienstag, 26. Juli 2022

Florales

 Ein Kräuterkranz





Momentan bin ich wenig motiviert irgendetwas im Garten zu erledigen. Die für mich fast unerträgliche Hitze ist daran schuld. Das Einzige was ich regelmäßig auf die Reihe bekomme ist das Wässern am frühen Morgen. Wenn ich das nicht tun würde, wäre mein Garten ein Pflanzen Friedhof der besonderen Art. Trotz dieser Wassergaben sieht er irgendwie trostlos aus. Die Hitze und die akzentuierten Regenschauer lassen ihn in diesem traurigen Bild erscheinen. Es ist wie, als wenn man einen Koma Patienten am Leben hält. Schaltet man das Wasser ab vergeht er!




Doch jetzt gebe ich mir einen Ruck und werde einen Kräuterkranz arbeiten. Mal sehen was der Garten an Werkstoff hergibt. Salbei, Weinraute und Efeu gibt es reichlich. Doch dann muss ich schon mit der Lupe durch die Beete kriechen um noch etwas anderes, brauchbares zu finden. Ein paar frühe, noch grüne Hagebuttenfruchtstände, der Rosmarin ist noch zu klein, um ihn zu schröpfen und dann ist schon Schluss! Vielleicht finde ich noch irgendwo Alchemilla das noch nicht komplett verdorrt ist.




Eigentlich benötige ich lediglich Wickeldraht und einen Strohrömer zur Herstellung, sowie eine Rosenschere. Los geht`s....



Im Hintergrund die Werkstoffquelle von Weinraute und Salbei

Samstag, 9. Juli 2022

Himmelsstürmer

 Riesen Haarstrang


Momentan macht mir ein Doldenblütler besonders viel Freude. Der Riesen Haarstrang ( Peucedanum verticillare)) ist dieses Jahr erstmalig zur Blüte gekommen. Welch ein Wunder, da er auf der Speisekarte sämtlicher Nacktschnecken steht und spätestens im Mai sein Wachstum eingeschränkt bis gestoppt ist. Doch heute kann ich mit Stolz verkünden das er es geschafft hat!






Vor einigen Jahren habe ich in einem namhaften bot. Garten ein paar Samen "organisiert" und wahllos im Garten verteilt. Nun ragt er gute 2m über das Staudenbeet und breitet seine Tellerartigen Blüten aus. Trotz seiner Größe wirkt er leicht und Insekten umschwirren ihn als wäre er das einzige Gewächs weit und breit. Schwebfliegen in allen Varianten tanzen um seine Dolden. Ein ewiges Gewirr, die Insekten sind so schnell und winzig das man sie schwer genauer betrachten kann. Besonders kurzrüsselige Insekten lieben diese Nektarquelle.




Diese monumentale Solitärstaude kommt im Naturstandort von den schweizerischen Alpen bis nach Ungarn vor. Er hat ein eher kleines Verbreitungsgebiet. In Deutschland gibt es eine neophytische Population am Fuße des Bayrischen Waldes.  Ab Juni zeigt er seine gelbgrünen Blüten. Die sommergrüne Staude bildet lockere, strahlige Dolden auf langen Stielen. Bis 2,5m Höhe kann er erreichen. Nach der Blüte stirbt er ab, versamt sich aber zuverlässig selbst.




Ein unauffällig- spektakuläres Gewächs das am Teichrand in Kombination mit Wasserdost, Kandelaber-Ehrenpreis, Wilde Karde, Rasen-Schmiele oder Rohr-Pfeifengras große Wirkung zeigt.



Platz sollte man ihm zugestehen, da er rosettenartig mit großen Blattwedeln austreibt.



So sieht ein Blattaustrieb nach einer Schneckenattacke aus.




Montag, 20. Juni 2022

Nachtkerze

 Oenothera biennis





Eigentlich stehe ich nicht unbedingt auf die Farbe gelb im Garten, doch in diesem Jahr fasziniert mich das zarte gelb der Nachtkerze. Oenothera biennis hat sich wieder einmal erfolgreich in meinen Beeten die sonnigsten Plätze ausgesucht, ohne mein Zutun! Farbliche Unterstützung findet sie bei Alchemilla, Weinraute und Felberich.





In den Abendstunden öffnet sie eine Blüte nach der anderen und die nächtlichen Insekten umschwirren sie. Ein zarter Duft entfaltet sich und am frühen Morgen stehen in voller Pracht. Spätestens zum Mittag verlieren die großen Blüten ihre Festigkeit und sacken zusammen. Bis dahin wird sie von Wildbienen und Hummeln besucht.




Die aus Nord Amerika stammende Staude (zweijährig) wurde 1612 eingeführt und ist somit ein Neophyt. Sie wurde als Gemüsepflanze genutzt, denn all ihre Teile sind essbar. Auch als Heilmittel ist sie bekannt, man denke an das Nachtkerzen Öl. Dieses wird aus den Samen hergestellt.




Von Juni bis September erfreut uns dieses pflegeleichte Gewächs, zum Wohlgefallen einiger Nachtfalter. Wolfsmilch-und Laubkrautschwärmer saugen den Nektar aus den Blüten und die Raupe des Weinschwärmers labt sich an den Blättern.




Durch ihren hohen Wuchs (bis 1,5m) ist sie in den Sommermonaten ein markanter Blickpunkt. Am besten macht sie sich in naturnahen Gärten. Nur sollte man darauf achten das sie noch genug Platz für andere Trachtpflanzen lässt und überschüssige Pflanzen entfernt.


Mittwoch, 8. Juni 2022

Gartenportrait

 Kleiner Garten ganz groß!


Das auf relativ kleiner Fläche, ca. 300qm ein Garten entstehen kann der Augenscheinlich alles bietet was er braucht, um spannend zu wirken, zeigt der Garten einer Bekannten in der Nachbarschaft.

Von der Straße kaum einsehbar da eine Hecke aus Feldahorn und Liguster ihn umgibt, steigert schon die Neugier. Betritt man ihn durch das Gartentor zieht sich rechter Hand eine fast 2m hohe Hainbuchenhecke bis zum Ende des Grundstücks.




Das bringt Ruhe für die Sehnerven und führt uns in den größten Raum des Gartens. Hier findet man eine kleine Rasenfläche umsäumt von Hostas, Stauden und Ziergehölz vor.




 Angrenzend ein Teich und in der hinteren Ecke ein Wildwuchs aus verschiedenen Sommerblumen und Stauden. Daneben ein schickes Garten Häuschen.




Die Wege und Sitzplätze sind interessant mit Basalt und Sandstein gestaltet und leiten den Besucher durch den Garten.



Obwohl die Rabatten nicht sehr tief sind, bieten sie eine Vielfalt unterschiedlichster Pflanzen an. Den Eindruck, der dieses Areal hinterlässt, ist geordnet, strukturiert und wirkt trotzdem natürlich und stellenweise wild.




Bezaubernd ist die Wiese mit all ihren bunten Blüten, angrenzend steht ein Hochbeet mit Gemüse.




Erstaunlich was hier alles entstanden ist, ohne erdrückend zu wirken. Immer wieder entdeckt man etwas Neues und sucht gerne ein zweites oder drittes Mal die liebevoll gestalteten Plätze auf. Direkt in der Ecke zur Straße hin steht ein riesiger Baum, eine Linde. Darunter kann man in einem lauschigen Häuschen den Beinen eine Pause gönnen.



Der Garten wird ohne chemische Mittel bearbeitet und die Vegetation wirkt üppig, gesund und kraftstrotzend.




Das der Garten lebendig wirkt und unterschiedlichsten Tieren ein Zuhause bietet, ist ein Anspruch der Besitzerin. In Ihrer Mittagspause nutzt Sie diese Gelegenheit um dem Treiben der Vögeln zuzuschauen, wie sie sich im Teich ein erfrischendes Bad gönnen. Libellen, Hummeln, Bienen und andere Flugobjekte schweben dahin.



 

Eine Freude diesen Garten betreten zu dürfen und die Gastfreundschaft der aufgeschlossenen Besitzer trägt zum Wohlfühlen bei. Ach, wie gut das es Menschen gibt, die meine Gartenleidenschaft teilen und mich gern durch Ihr Reich führen.




Ich bin ein Glückspilz!



Was da wohl drin ist...



Bleiwurz

 Blaues Wunder Nachdem der Garten jetzt nach den heißen, trockenen Tagen und unerträglichen Hitzeperioden, seine Frische gänzlich lassen mus...