Laufband
Dienstag, 26. September 2023
Freitag, 22. September 2023
Crataegus prunifolia
Zweigriffliger Weißdorn
Eine Augenweide im Spätsommer und Herbst ist der Weißdorn in unserem Garten. Mit seinen unzähligen roten Früchten strahlt er soviel Lebensenergie aus, daß es einfach nur Spaß macht ihm beim Wachsen zu zusehen. Vor ca. 9 Jahren als niedliches Bäumchen gepflanzt, zeigte er relativ schnell seine ganze Pracht. Die Vögel schätzen dieses Gewächs, da es Unterschlupf und Nahrung bietet. Durch seine lange Bedornung gibt er Schutz und dient als Nistplatz, z.B. für Drosseln.
Nicht nur Bienen erfreuen sich an seinem Nektar, auch Schmetterlingsarten nutzen ihn als Raupenfutterpflanze. Im Frühjahr besticht er mit weißen Blüten und im Winter, wenn sich die Blätter verabschiedet haben, kommen seine langen Dornen an den dunklen Zweigen bestens zur Geltung.
Ein Gehölz, das jeden Garten bereichert, ökologisch wertvoll ist, obwohl er aus Nordamerika stammt.
Weißdorn zählt zu den Rosengewächsen und ist ein unkompliziertes Ziergehölz das auf fast allen Böden zurecht kommt.
Der heimische Weißdorn (Crataegus monogyna) ist zwar nicht gefährdet, doch sollte man bevor ein Exot im Garten Einzug hält abwägen was für den Artenschutz sinnvoller ist!
Donnerstag, 14. September 2023
Geschenkt
Spontan Dekoration
Heute kam die Nachbarin vorbei und beglückte mich mit einer tollen, riesigen, grünen Schale! Sie hatte dieses Modell zur Hochzeit (vor 27 Jahren) geschenkt bekommen und brav im Keller deponiert. Niemals benutzt kam ich nun in den Genuss dieser runden Sache.
Welch ein Zufall, denn ich hatte mir aus dem Urlaub grüne Pfandflaschen mitgebracht, die passten farblich hervorragend. Da ich sowieso einen Faible für diese Farbgruppe hege, musste ich sofort etwas damit inszenieren!
Ab in den Garten und passendes schneiden. Rutenhirse, Rosenfruchtstände, Herbstanemonenfruchtstände, Allium und Trommelstöckchen sollten ihren gemeinsamen Auftritt haben. Unterwegs fiel mir noch ein deformierter Mühlenbeckia Kranz entgegen, der auch noch mitdurfte.
Los gings! Decke aus dem Fundus geholt, Schale drauf, Kranz dazu und einige Flaschen mit Wasser gefüllt. Diese im inneren des Kranzes verteilt und die frisch geschnittenen Gräser und Fruchtstände darin drapiert. In ein paar Flaschen gab ich kein Wasser, denn dort kamen die trockenen Allium und Trommelstöckchen hinein. Das Ganze steht im Flur und zeigt eine gigantische Wirkung.
Eine haltbare Dekoration...
Freitag, 8. September 2023
Artenvielfalt
Lebendiges Totholz
Wer einen gewissen Anspruch hat dem Artensterben entgegenzuwirken, kann mit einem Totholzhaufen einiges bewirken. Er stellt einen Schutz für unterschiedliche Tiere und gleichzeitig Nahrungsquellen. Durch die im Laufe der Zeit zersetzenden Äste siedeln sich Microorganismen, Pilze und Kleinstlebewesen an. Diese bilden die Nahrungsgrundlage für andere Spezies wie Käfer, Würmer und Spinnen. Auch Igel, Eidechsen und Vögel profitieren von ihm. Bei mir nutzen ihn Teichmolche zum überwintern. Meine Totholzhaufen sind ca. 15 Jahre alt, rutschen permanent in sich zusammen und werden ständig mit neuem Material bestückt. So hat man unterschiedliche Zersetzungszeiträume und fördert dadurch eine Artenvielfalt.
Der größte Totholzhaufen befindet sich hinter einem großen Haselnussstrauch, ist ca.1m hoch, 80cm tief und 1,5m breit. Die anderen, etwas Kleineren, befinden sich an Stellen, wo sie nicht sofort ins Auge fallen.
Balu hat es sich gemütlich gemacht, hinter dem Haselnussstrauch befindet sich der Totholzhaufen, gut kaschiert.
Unterschieden wird liegendes und stehendes Totholz. Stehendes Totholz ist seltener und ökologisch wertvoller. Es bietet Lebensraum für Tiere, die auf der roten Liste stehen und auf dieses Totholz angewiesen sind. 25% aller in Deutschland lebenden Käfer nutzen die Zerfallsstadien zum Überleben.
Was für eine Rarität! Stehendes Totholz, entdeckt auf einer Wanderung im Spessart. Besser hätte sich der Pilz nicht in Szene setzen können! Die Überreste eines Obstbaumes auf einer Streuobstwiese. Ästhetisch anmutend, dies hätte ein Künstler nicht besser erschaffen können.
Ganz egal welche Holzsorten in den Haufen eingebracht werden, verrotten wird im Laufe der Zeit alles und neuen Lebensraum schaffen. Ob dicke Äste, kleinere Zweige oder Laub, alles findet seinen Platz. Außerdem verändert sich das Microklima um den Totholzhaufen. Durch seinen erhöhten Wassergehalt können Temperaturschwankungen ausgeglichen werden. Keimlingen wird es einfacher gemacht anzuwurzeln.
Unzählige Tiere sind Nutznießer dieses Naturmoduls. Man kann sie alle gar nicht aufzählen. Doch vor allen finden Wildbienen hier Überwinterungsmöglichkeiten, Nisthilfen, Unterschlupf und ihre Kinderstube!
Noch eine wunderbare Entdeckung in Tirol bei einer Wanderung. Stehendes Totholz übersät mit Baumpilzen. Hier tobt das Leben...
Donnerstag, 31. August 2023
Florales
Wandgehänge
Da wir in unserem Haus wenig Wände haben an denen man Bilder oder ähnliches drapieren könnte, suche ich nun einen Platz für eine Art Wandteppich, aus floralem Werkstoff.
Mit Ästen, Blättern, Sisal und anderen Pflanzenteilen aus dem Garten, habe ich ein Gehänge gewebt. Lediglich Craspedia (Trommelstöckchen) und grüner Rupfen sind aus meinem Fundus. Ganz banal, derb und rustikal gearbeitet. Trotzdem finde ich es hat irgendwas und deswegen soll es nun einen Platz bekommen.
Nach langem suchen hat sich dieser gefunden, doch das Modell braucht einen Aufhänger. Das heißt ein Loch muss in die Wand! Bei mir wäre das längst erledigt, ein Nagel hätte den Zweck erfüllt, doch mein Mitbewohner hat da so seine Bedenken, da muss ein Dübel rein. Dann muss erst mal diskutiert werden ob das überhaupt der richtige Platz ist, dann ist ja plötzlich ein Loch in der Wand, eigentlich will er das Wandbild gar nicht haben und Bock auf die Aktion es aufzuhängen hat er auch nicht. Entspannt bleiben, hartnäckig bleiben, freundlich sein und Schwupps hängt das Gebilde, dort wo ich es haben will!
Das florale Wandbild ist ca. 1,4 m lang und 70 cm breit.
Freitag, 25. August 2023
Niedliche Mörder
Waschbären
Wenn es nachts laut wird auf der Terrasse, wenn es scheppert und rumpelt, dann weiß ich die Waschbären Gang ist wieder unterwegs!
Gerne sitzen sie im Futterhäuschen und lassen sich Erdnussbruch und Sonnenblumenkerne munden. Gut, das kann ich verstehen und gönne den hungrigen Gesellen den Snack. Ich fülle morgens für die Vögel schon weniger rein, damit nachts nicht Zuviel zu holen ist. Als ich den hübschen Dieb das erste Mal ertappte, schnappte ich mir einen Besen und wollte ihn aus dem Futterhäuschen verjagen. Doch weit gefehlt, dreist klammerte er sich am Häuschen fest, obwohl ich ihn energisch mit meinen Besen schuppste! Ich kapitulierte und ließ ihn in Ruhe. Ein anderes Mal bewaffnete ich mich mit einer Wasserflasche. Das zeigte Wirkung! Zweimal nassgespritzt und zack, war er weg. Siegreich verließ ich meine Terrasse (um 3.30 Uhr) und ging wieder ins Bett.
Am nächsten Morgen, auf dem Weg zum Hühnerhaus, lagen plötzlich jede Menge leere und halb angefressene Weinbergschneckenhäuser herum. Komisch dachte ich, sammelte die Häuschen auf und legte sie auf einen Stein.
Die Ausbeute einer Nacht! |
Am nächsten Tag fand ich noch mehr Schneckenleichen, erst jetzt machte es Klick, na klar das waren die Waschbären! Meine über alles geliebten Weinbergschnecken waren den Allesfressern zum Opfer gefallen. Diese stehen unter Naturschutz, das kann man aber so einem hungrigen Kuscheltier nicht erklären. Ich ging über den Rasen, um nach noch mehr gefressenen Schnecken zu suchen und wurde leider fündig. Dabei traf ich auch auf fette, schleimige Nacktschnecken, die an meinen Pflanzen hingen. Die wurden anscheinend verschont. Naja, wir Menschen verzehren ja auch keine Nacktschnecken, sondern lieber die Weinbergschnecken. Zumindest war das früher so, heute kenne ich niemanden der sich diese Tiere einverleibt.
Die Stimmung den Masken tragenden Kleinbären gegenüber ist zweigeteilt. Viele Menschen haben Angst vor Schäden an Gebäuden, die diese Kletterer verursachen können. Mir tun sie leid. Von Menschen eingeschleppt als Pelzlieferant, dann ausgesetzt und verwildert, haben sie kaum Lebensraum. Doch in unserem Wohlstandsmüll finden sie anscheinend genug zum Überleben. Deswegen ist es wichtig nichts Essbares rumliegen zu lassen, sonst hat man Dauergäste. Meine Weinbergschnecken kann ich nicht schützen, lediglich die Futterhäuschen könnte ich abends leeren. Doch die paar Körner gönne ich den hübschen Fellmonstern.
Ob da noch was zu holen ist?
Freitag, 18. August 2023
Nervensäge
Trompetenblume
In unserer Esche wächst seit ewigen Zeiten eine Trompetenblume. Groß und mächtig lehnt sie am Stamm des Baumes und sucht durch das Blattwerk die Sonne. Dieses gelingt ihr, auch indem sie sich auf dem Garagendach ausbreitet. Jedes Jahr wird sie deswegen neben der Glyzinie radikal zurückgeschnitten.
Dieses Jahr aber hat sie sich entschieden den Garten zu annektieren! An unzähligen Stellen schiebt sie ihre Tentakel aus dem Boden. So schnell wie sie wächst kommt man schwer hinterher ihr den Garaus zu machen. In den letzten Jahren hat sie immer mal den ein oder anderen Austrieb sehen lassen, damit konnte man umgehen. Doch aktuell muss ich sie mit "Audrey" aus "Der kleine Horrorladen" vergleichen. Lediglich Blut verlangt sie nicht von mir!
Also bleibt mir nichts anderes übrig als ständig die Triebe zu entfernen, ansonsten würde sie meinen ganzen Garten zuwuchern. Von den Vorbesitzern des Hauses gepflanzt, hätte sich damals eine Rhizomsperre als sinnvoll erwiesen. Ich würde heute diesen aus Nordamerika stammenden Kletterer mit seinen Schlingtrieben und Haftwurzeln nicht pflanzen, da er für Insekten, trotz der großen Blüten, so gut wie nichts bringt.
Heimische Alternativen wären Efeu, Waldrebe oder Geißblatt (Lonicera periclymenum). Nicht so spektakulär wie die Blüten der Campsis, dennoch bieten diese Gewächse unendlich viel für Insekten und deren Nachkommen!
Mein Fazit:
Darauf achten heimische Gewächse in den Garten zu holen, die Artenvielfalt fördern und den Spezialisten unter den Insekten, durch passende Gewächse, Nahrung und Lebensraum zu geben.
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