Luisengarten auf www.Stephanotis.de Mein Garten Über mich

Laufband

„Die Bäume fahren im Frühling aus der Haut" Wilhelm Busch (1832 - 1908), deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller

Samstag, 24. Februar 2024

Portrait

 Salix caprea




Bald kann man sich an den Salweiden wieder erfreuen! Auch Weidenkätzchen, wie sie bei uns im Volksmund genannt werden. Eine von den ersten Gehölzen die ihren Pollen und Nektar anbieten, zur Freude der Insekten. Ein Pflanzen Magnet, der Leben in seinen Zweigen versammelt. Durch den honigartigen Geruch den die Blüten verströmen, werden Insekten angelockt. Abgesehen von der Honigbiene nutzen viele andere Insektenarten dieses Nahrungsangebot. 60 Wildbienenarten und Hummeln besuchen diesen Powerstrauch.




Tagpfauenauge und kleiner Fuchs zeigen sich im zeitigen Frühjahr auch auf den Blüten. Als Raupenfutterpflanze erfüllt dieser Strauch einen weiteren Zweck. Viele Schmetterlinge legen ihre Eier an den Blättern ab, die später von den Raupen gefressen werden.


Über 40 Käferarten nutzen die Weide, so auch der Weidenblattkäfer. Seine Raupen und der Käfer ernähren sich von den Blättern.




Weiden sind zweihäusig, das bedeutet das es männliche und weibliche Bäume gibt. Während der männliche Baum in einem leuchtendem gelb erscheint, hält sich das weibliche Pendant in vornehmen grau zurück. Erst nach der Blüte erscheinen die Blätter.

An den Boden stellt sie keine Ansprüche und zeigt sich extrem frosthart. Sie kann eine Höhe bis zu 8m erreichen und und in der Breit 6m. Ihren aufrechten, kugeligen Wuchs, kann sie jährlich bis zu einem Meter ausdehnen. Ihre Lebenserwartung liegt bei ca. 60 Jahren. Durch Pollenflug gilt sie als Pionierpflanze, man findet sie auch auf Schotterplätzen.




Unendlich viele Arten hat diese Gattung zu bieten. Die markanteste ist wohl die Trauerweide mit ihrer einmaligen Wuchsform. Die Kopfweide, die durch einen Rückschnitt ihre prägnante Erscheinung bekommt, treibt neue Triebe, zum flechten von Körben. Korb-, Silber-und Purpurweide bieten sich dafür an.




Weiden präsentieren sich in sämtlichen Wuchsformen. Als Baum, Strauch oder Zwergsträucher können sie kriechend, aufrecht wachsend und hängend erscheinen. Es gibt 400-450 verschiedene Weidenarten!


Als Heilpflanze wusste schon Hildegard von Bingen die Weide zu nutzen. Sie verschrieb die Weidenrinde bei Fieber, Gicht, Rheuma oder Harnleiden.


Zur Dekoration nimmt man sie gern für Zäune oder als Körbe, Kugeln, Kränze und Schalen.





Die einzige Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung findet man in Lichtenfels (Bayern). Hier kann man in einer 3 jährigen Ausbildung zur Flechtwerkgestalterin ausgebildet werden.




Wir mussten unsere Weide stutzen, etliche Zweige fielen an. Daraus entstanden ein Gesteck für das Fitnessstudio und ein schlichtes Modell fand seinen Platz auf der Terrasse.






Außerdem wickelte ich noch einen Kranz aus Korkenzieherweide, sowas kann man immer gebrauchen. 


Die dicken, langen Äste vom Baumschnitt, fanden diverse Plätze im Garten und erfüllen nun ihren Zweck als Totholz. Sie sorgen durch Zersetzung als Nahrung, Unterschlupf und Kinderstube, für Insekten.







Freitag, 16. Februar 2024

Totholzobjekt

 Hydrangea anomala


Die Kletterhortensie, die ich vor 16 Jahren gepflanzt habe und sich an der Garagenwand des Nachbarn eine "Wohlfühloase" geschaffen hat, musste nun endlich geschnitten werden. Dabei fielen einige Zweige an, die darauf warteten irgendwie in Szene gesetzt zu werden.




 Das war schnell entschieden denn die Balkonkästen hatten es nötig und im Garten wurde eine kleine Ecke frei, da sich die beiden Samt- und Fellhortensien verabschiedet haben.




Die Balkonkästen wurden mit den Zweigen und mit Efeu bestückt. Als Farbklecks habe ich Minivasen mit Tulpen dazu gestellt.




Dort wo die Samt- und Fellhortensie standen, ziert nun ein Bündel Eschenzweige in Kombination mit einem Kranz aus Hortensienzweigen, den frei gewordenen Platz.




 Den Kranz konnte ich gut stabil arbeiten da ich im Fundus noch einen Metallkranz fand, den ich als Gerüst verwendet habe. Es entstand ein naturhaftes Objekt aus Schnittholz, das jetzt langsam verrotten kann.




Als Unter Bepflanzung werde ich im Frühjahr einen Schmetterlings-und Wildbienensaum aussäen. Das Saatgut besteht aus Flockenblume, Wilde Möhre, Natternkopf, Wegwarte, Tauben Skabiose, Königskerze, Witwenblume und noch einigen mehr. Dazu wird der Boden etwas abgemagert, den Samen obenauf säen und festdrücken, da es Lichtkeimer sind.




Im Laufe der Zeit werden die Eschenzweige ihre graue Farbe verlieren und bräunlich erscheinen.

Freitag, 9. Februar 2024

Biodiversität

 Artenvielfalt


Seit geraumer Zeit in aller Munde! Biodiversität!


Doch was bedeutet das genau? Man kann die Biodiversität in drei Gruppen teilen.


- Die Vielfalt der Arten


- Die Vielfalt der Lebensräume


- Die genetische Vielfalt


Diese Vielfalt ist auf der ganzen Welt bedroht! 




Ein Prozess den mittlerweile jeder nachvollziehen kann ist der Rückgang der Insekten. Doch warum ist das so dramatisch? Ohne Insekten hätten wir noch mehr Probleme in Bezug auf Umwelt oder Klima. Insekten stehen in der Nahrungskette ganz unten. Sie sind Futter für andere, höher gestellte Tiere (Vögel), bestäuben ganz nebenbei unsere Felder sowie Obstbäume. Ebenso sind sie für die Bildung und Belebung der Böden beteiligt. Lebensnotwendige Prozesse die letztlich uns treffen, wenn sie nicht mehr funktionieren.




60% aller Tierarten sind Insekten! Davon sind in Deutschland 33.000 bekannt. Sie sind die artenreichste Tiergruppe weltweit. Ein intakter Naturhaushalt liefert frisches Wasser, saubere Luft, fruchtbaren Boden und schafft einen Erholungswert. Wir und unsere Nachkommen sind darauf angewiesen!




Mit ein paar Wildstauden kann man im eigenen Garten schon Zeichen setzen. Wenn noch Totholz in der Nähe verrotten darf ist so manch einem Insekt geholfen. Trittsteine sind der Anfang, doch es muss globaler geschehen. Vernetzungen auch im öffentlichen Grün. Es müssen Bioverbundsysteme geschaffen werden, damit die Vielfalt an Arten und Biotopen nicht noch mehr schrumpft!




Warum brauchen wir dafür Wildpflanzen?

Wildpflanzen sind die Lebensbasis für heimische Insekten. Auf der Königskerze finden 90 Insektenarten Nahrung, Schutz, Pollen, Nektar, Kinderstube und Möglichkeiten zum überwintern.

Schmetterlinge

Fliegenarten

Wanzenarten

Käferarten

Fransenflüglerarten...

nutzen diese zweijährige Wildpflanze!




Buchtipp:


"Tiere pflanzen" von Ulrike Aufderheide


"Hilfeschrei der Natur" von Peter Berthold

Donnerstag, 1. Februar 2024

Spartanisch

 Zwei Komponenten


Graphisch, natürlich und wirkungsvoll!




Aus Zwei Werkstoffen, Kletterhortensien Zweigen und Craspedia (Trommelstöckchen), ist eine stimmungsvolle und haltbare Dekoration entstanden. Die Trommelstöckchen sind mindestens 1 Jahr alt und kamen schon des Öfteren zum Einsatz. Die Kletterhortensie musste geschnitten werden und hat somit ihren letzten Auftritt. Als Gerüst stützt sie die starren Stiele der Craspedia. Mit der Zeit öffnen sich die Knospen der Zweige und ein anderes Bild wird sich präsentieren. Die Hortensien Zweige stehen im Wasser, während die Trommelstöckchen schon getrocknet sind.




Zwei gegensätzliche Bewegungsformen, die ein Gesamtbild ergeben.




Auch die Kücheninsel trägt diese Gestaltung, lediglich mit anderen Gefäßen.




Banal und trotzdem ein Hingucker...

Samstag, 27. Januar 2024

Insekten

 Von Spezialisten und Generalisten...


Ein großes Thema: Insekten!


Um diese kleinen, flinken Flugobjekte und Krabbeltierchen zu studieren, muss man viel Geduld aufbringen. Ich bewundere immer wieder Menschen, die es schaffen diese in Bildern festzuhalten!

Mit 60% stellen die Insekten die artenreichste Tiergruppe dar. In Deutschland leben 33.000 bekannte Insektenarten.



Besuch auf Goldlack


Viele Insekten bei uns sind Generalisten. Das bedeutet das sie nicht wählerisch sind was ihre Nahrungsaufnahme angeht. Ihnen geht es relativ gut, doch stehen sie in Konkurrenz zu den Spezialisten.

Die Honigbiene ist ein Generalist. Sie braucht Massentracht (Raps, Akazie, Obstgehölz), damit sie mit genug Futter über den Winter kommt. Sie fliegt bis zu 3 Kilometer weit und ist in der Obhut des Imkers.

Einige Wildbienen dagegen suchen bestimmte Pflanzen auf und ihr Flugradius ist wesentlich kleiner (100-1200m). Sie sind darauf angewiesen diese Wirtspflanzen in unmittelbarer Nähe zu finden. Ihre Lebenszeit beträgt ein paar Wochen. Die Glockenblumen-Scherenbiene ernährt ihre Brut ausschließlich mit Pollen und Nektar von Glockenblumen.


Rosenkäfer im Mädesüß


Spezialisten sind Insekten die ihre Nahrung nur auf bestimmten Pflanzen finden. Das bedeutet für diese Spezies das die Auswahl und das Angebot begrenzt ist. Da aber auch die Generalisten sich an diesen Pflanzen bedienen, wird die Nahrung knapp. Mit heimischen Wildstauden kann man dem entgegen wirken.


Libelle


Einer der ersten Schmetterlinge der an sonnigen und noch kalten Tage durch unsere Gärten flattert, ist der Zitronenfalter. Er überwintert als Falter frei im Gebüsch und nicht wie die meisten Schmetterlinge als Ei oder in einer Puppenhülle. Durch sein körpereigenes Frostschutzmittel nimmt er keinen Schaden.


 Lounge zum wohlfühlen...


Auf der Suche nach Nahrung wird er bei Seidelbast, Schlüsselblumen, Pestwurz oder Salix (Weiden) fündig. Später geht es dann auf Partnersuche. Zur Eiablage werden Kreuzdornarten und Faulbaum benötigt, wobei der Faulbaum bevorzugt wird.


Distel


Der Zitronenfalter ist der Schmetterling mit der längsten Lebenserwartung, er kann bis zu einem Jahr alt werden. Hitzeperioden übersteht er versteckt in einer Sommerruhe. Die Kartäusernelke wird gerne von ihm aufgesucht.


Kugeldistel


Die Blätter vom Faulbaum schmecken 28 Raupen unterschiedlicher Schmetterlingsarten. Auch die unscheinbaren Blüten, die den ganzen Sommer erscheinen, bieten reichen Nektar.


Faulbaum


Ohne diese Raupenfutterpflanzen hätte der Zitronenfalter keine Nachkommen! Leider verschwindet der Faulbaum aus unseren Wäldern und Hecken. In unseren Gärten hält er ebenso wenig Einzug, da andere Sträucher mehr für unser Auge bieten! Doch falls irgendwo im Garten eine Stelle sein sollte, wo nichts gedeihen will, dann pflanze man einen Faulbaum! Er kommt mit den schlechtesten Bedingungen zurecht. Schattiger Standort, saurer oder feuchter Boden, egal. Hier kann man den Faulbaum platzieren und im Garten sicherlich bald den Zitronenfalter begrüßen.


Heimische Pflanzen pflanzen, für Insekten...

Freitag, 19. Januar 2024

Prunus laurocerasus

 Kirschlorbeer


Wahrscheinlich wird er in keinem Garten fehlen, leider! Prunus laurocerasus, so sein lateinischer Name, steht auf der grauen Liste der potentiell invasiven Pflanzen! Jetzt werden viele entsetzt sein und fragen: Warum? Dieser Strauch vermehrt sich so schnell, das heimische Gehölze keine Chance mehr haben sich zu etablieren. Durch Vogelflug werden die Samen überall verteilt. Er keimt zuverlässig und ist schnellwüchsig. Alles an ihm ist giftig.



Salweide-wertvolle Trachtpflanze, spendet Pollen und Nektar


Außerdem bietet er fast nichts für die Tierwelt! In einem Gespräch mit einer Freundin stieß ich auf Nichtverständnis. Sie erzählte mir das in Ihrem Strauch unzählige Amseln sich an den schwarzen Früchten laben und im Frühjahr die weißen Blüten Insekten anlocken würden. Das stimmt, doch gerade Amseln verteilen die Samen bestens und tragen zur Verdrängung heimischer Gewächse bei. Die Blüten werden ausschließlich von Generalisten besucht und das Laub stellt keine Futterpflanze dar. Generalisten sind Insekten die sowieso überall Pollen und Nektar sammeln können. Doch es ist wichtig für die "Spezialisten" unter den Insekten Nahrungsquellen zu schaffen.



Weißdorn


Es gibt so viele heimische Sträucher die für die Tierwelt den Tisch decken. Den Anfang macht die Kornelkirsche mit ihren wunderbaren kleinen zartgelben Blüten. Nach der Bestäubung reifen rote Beeren, die ein Eldorado für Vögel sind. Der Weißdorn, der Faulbaum, der Holunder, die Vogelbeere, die Pimpernuss, der Blasenstrauch oder das Pfaffenhütchen laden ebenfalls zum Festschmaus ein.



Blasenstrauch


Wer einen immergrünen Sichtschutz sucht, wird bei den Eiben fündig. Diese heimische Strauchart bietet Nahrung und Unterschlupf.


Ein Plädoyer für heimische Gewächse. Exoten haben wir genug in unseren Gärten, die für unsere Tierwelt an Nahrung nichts bieten! Ich habe mich vor vielen Jahren von Forsythien, Rhododendren und Koniferen verabschiedet. Trotzdem gibt es noch genug andere Gewächse in meinem Garten, die darauf warten von wertvolleren Pflanzen ersetzt zu werden. Die Liste ist lang! Das ist natürlich auch mit Anstrengung, Zeit und Kosten verbunden.


Langsam kommt man auch ans Ziel...


Freitag, 12. Januar 2024

Grün

 Moos im Garten


Ein winterlicher Gartenrundgang, bei Minus Temperaturen. Auf der Suche nach Moos, wurde ich an einigen Stellen fündig.



Moose filtern Feinstaub und Schadstoffe aus der Luft, speichern Wasser und sind wunderbar weich, deswegen sollte man froh über diese Gartenbewohner sein. Das besondere an Moosen ist die Wechselfeuchte. Sie können sich der Umgebungsfeuchte anpassen und sind resistent gegen Austrocknung.



Moose gelten als die ältesten Landpflanzen, sie können bis 10.000 Jahre alt werden. Sie bieten Lebensraum für Kleinstlebewesen, Spinnen, Schnecken, Milben, Springschwänze oder Käfer.




Für Rasenfanatiker ist Moos ein Albtraum! Neben Weißklee fühlt es sich auf ausgelaugten, schattigen und verdichteten Stellen wohl. Da hilft selbst vertikutieren nicht.



Beim Sammeln von Moos im Wald gilt die "Handstraußregel". Diese besagt nur eine geringe Menge zu entwenden und das an zugänglichen Stellen. Geschützte Arten wie Torf-,Weiß- und Hainmoos sind tabu! Doch wer kann diese erkennen? Deshalb am besten gleich zum Gärtner und das Moos dort käuflich erwerben!






Bei mir finden sie Lebensraum auf Sandsteinen. Dieser wassersaugende Stein ist eine optimale Grundlage. Auch alte, vergehende Holzteile bieten Nährboden. Natürlich darf auch im Rasen campiert werden oder auf Gartenwegen.





Balu bettet seinen Allerwertesten auch auf dem grünen Teppich...

Krautschau

 Pflanzen zum Niederknien Einen Vortrag der besonderen Art, durfte ich gestern Abend erleben! Dr. Julia Krohmer, Wissenschaftskoordinatorin ...