Laufband
Freitag, 26. Februar 2021
Portait
In meinem Garten schieben sich schon die Triebe durch den Boden und zeigen das sie auch Lust auf Frühling haben. In ein paar Wochen ist der Garten wieder bunt und lebendig...
Freitag, 19. Februar 2021
Grabschmuck
Todestag
Ein kleines Herz für ein Urnengrab, zum Todestag meines Schwiegervaters.
Aus dem Garten Efeuranken und Efeufruchtstände sowie Skimmienblüten ergattert, mehr gab es nicht zu holen! Diese 3 Werkstoffe bilden die Grundlage des Gestecks. Auf eine Herzunterlage mit frischem Steckschwamm gearbeitet ist dieses Herz lange haltbar.
Dazu gekauft habe ich weiße Rosen und Schleierkraut. Erstaunlich wie aus wenig Zutaten eine enorme Wirkung erziehlt werden kann!
Kleines Herz mit viel Power!
Donnerstag, 11. Februar 2021
Zimmerpflanzenboom
Grüne Wohnzimmer
Warum, weshalb und wieso seit einiger Zeit Zimmerpflanzen trendy sind weiß der Kuckuck!
Irgendein Hippster hat ein paar seiner Pflänzchen gepostet und schon fing der Boom an! Einige mutierten über Nacht zum Obergärtner und verwandelten ihre 2 Zimmerwohnung in ein Treibhaus. Grundsätzlich finde ich Hobbys gar nicht verkehrt, doch so aus dem Boden gestampfte angesagte Freizeitbeschäftigungen lassen eine gewisse Skepsis bei mir aufkommen.
Es handelt sich hierbei um Lebewesen die Pflege und Fürsorge brauchen. Selbstverständlich will ich niemandem unterstellen das er sich nicht kümmert, immerhin ist es ein kostspieliges Unterfangen. Meine Überlegung dabei ist, was passiert mit den Luxusgütern, wenn der Chef im Urlaub verweilt? Vertraut man dann seine ach so geliebten Mitbewohner dem Nachbarn an, der wahrscheinlich keinen grünen Daumen besitzt. Oder überlässt man sie sich selbst mit eigens konstruierten Bewässerungssystemen? Vielleicht pokert man auch und startet Versuche wie lang eine Pflanze ohne ihren Pfleger überleben kann. Egal was geschieht, die Gartencenter sind vollgestopft mit Nachschub und lauern nur auf die Fehler der süchtig gewordenen Pflanzenjäger.
Interessant finde ich das Gewächse en vogue sind, die schon meiner Oma das Herz erwärmten. Zum Beispiel der Bogenhanf (Sanseverie), für mich schon immer eine geniale Pflanze war Jahrzehnte lang verpönt. Dieses kostspielige, starre und statische Gewächs zeichnet sich durch einen unbändigen Lebenswillen aus! Das Einzige was sie wirklich killen kann, ist eine des Öfteren, zu gut gemeinte Wasserzufuhr. Am besten darben lassen, hier kann man beruhigt die Weltreise antreten ohne sich um Pflegepersonal Gedanken machen zu müssen.
Auch das Fensterblatt (Monstera deliciosa) feiert sein Comeback! Trotz eines hohen Platzanspruchs in der kleinsten Bude zu finden. Egal, Hauptsache die Trophäe wird gesehen. Gerne werden sie in Plastiktöpfchen kultiviert, diese erweisen sich aber als unzulänglich, da sie kein Gegengewicht zu dem schnell wachsenden Aronstabgewächs bilden und die Pflanze durch Absturz gefährdet ist! Ansonsten auch ein anspruchsloses Modell, das ihre Besitzer stolz werden lässt, indem Glauben dank ihrer guten Pflege wäre das so.
Für ehrgeizigere "Gärtner" würde ich Dieffenbachie, Farne oder Palmen empfehlen. Hier wird man es schwer haben sie in einem optisch anspruchsvollen Zustand zu halten, da die Bedingungen in unseren Wohnungen nicht gegeben sind. Sie brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit, Helligkeit (keine pralle Sonne) und Temperaturen um 20 Grad würden passen, wenn die trockene Luft in unseren Räumen nicht wäre. Selbst wenn es gelingen sollte diese Mimosen halbwegs am Leben zu erhalten, kann der nächste Urlaub ihren Tod bedeuten. Ach, wie dramatisch das alles klingt, doch diese Pflanzen leiden wirklich in unseren, zumindest im Winter, überheizten Räumen.
Ich quäle seit ca. 30 Jahren eine Euphorbia tirucalli, die ab und zu, mal mehr mal weniger Wasser bekommt. Erstaunlicherweise hat sie schon etliche Umzüge mitgemacht und sich somit anscheinend, an die stiefmütterliche Versorgung gewöhnt. Ein wunderbares Gewächs auch für Weltumsegler!
Meine beiden anderen Pflanzen sind ähnlich gestrickt. Der Rhipsalis hält es auch schon 25 Jahre bei mir aus, lediglich die geschenkte Anthurie beschwert sich durch gelbe Blattränder und abgestorbene Blätter. Seit ungefähr 4 Jahren steht sie im Büro, bei schlechter Pflege, blüht aber ununterbrochen, ohne jemals eine Düngergabe bekommen zu haben.
Es sollte einem bewusst sein das die Pflanzen, die bei uns wohnen "Lebenslänglich" bekommen haben! Machen wir ihnen den Knastaufenthalt so angenehm wie möglich, denn ihre "Heimat" werden sie nie kennenlernen.
Ansichten einer Wärterin...
Freitag, 5. Februar 2021
Grün und Holz
Tischdeko
Ein Bund grün/weißer Papageientulpen brachte mir meine Ex-Azubine mit! Wunderbare Ware aus dem Blumenfachgeschäft, indem Sie zur Zeit arbeitet.
Ein großes Manko ist immer die Suche nach einer passenden Vase. Als Floristin sollte man eigentlich gut ausgestattet sein, doch wie geht der Spruch: der Schuster hat die schlechtesten Schuh, oder so ähnlich. Bei mir sind Vasen Mangelware und ich suche dann immer nach einer Lösung die Blumen halbwegs interessant zu präsentieren.
Für die Tulpen hatte ich schnell eine Idee und ein frühlingshafter Tischschmuck ist entstanden. Sogar die letzten Weihnachtskugeln passen hervorragend dazu und geben dem Ganzen eine feierliche Stimmung.
Da hat sich schon ein Frühlingsbote hinter der Deko versteckt!
Mal sehen was er uns bringt...
Donnerstag, 28. Januar 2021
Invasion
Neophyten und andere Scharlatane
Was sind denn eigentlich Neophyten? Wo kommen die her und was machen die denn?
Neophyten sind eingeschleppte Pflanzen illegal oder legal, ganz egal, denn unsere einheimische Pflanzenwelt wird durch sie bedroht! Es sind Gewächse, die aus dem heimischen Garten ausbüchsen, ohne dass wir davon etwas mitbekommen. Oder Pflanzen, die plötzlich in unseren Gärten wachsen, die wir gar nicht gesät oder eingebuddelt haben. Das müssen nicht unbedingt Bösewichte sein, doch sollte man sich schlau machen was es sein könnte und ein Auge darauf haben.
Unterschieden wird zwischen Neophyten und Archäophyten (Alt-Pflanzen). Erst ab 1492, nach der Entdeckung Amerikas spricht man von Neophyten.
Der für mich schönste invasive Einwanderer ist die Lupine! Nie Gedanken darum gemacht das dieses wunderschöne blaue Pflänzchen, das uns auf der Autobahn die Fahrt versüßt, ein Ellenbogentyp ist! So schnell wie sie sich verbreitet haben, können einheimische Pflanzen nicht mithalten, werden verdrängt oder sterben aus.
Lupinus polyphyllus, lautet der lat. Name der Staudenlupine. Dieser Neophyt kann bis zu 2000 Samen pro Pflanze produzieren, diese können im Boden, noch nach 50 Jahren keimen! Auch durch Wurzelausläufer kann sich diese zum Teil giftige Pflanze ausbreiten. 1837 aus Nordamerika eingeführt, bedroht sie heute unsere heimischen Wildpflanzen.
Die Liste der Neophyten ist lang, hier ein paar Beispiele, die jeder kennt. Die Goldrute, Flügelknöterich, Ambrosia, Springkraut, Essigbaum und sogar die Kulturheidelbeeren! Diese Früchtchen neigen zur Verwilderung und können in Mooren, gefährdete Arten zurückdrängen. Außerdem tragen sie durch ihre hohe Verdunstung zur Austrocknung der Moore bei.
Dabei muss man sich vor Augen halten, das dies alles Menschen gemacht ist!
Mit Schiffen, Eisenbahn, Flugzeugen oder Handel werden sie eingeschleppt. In einem schönen Kleid, unschuldig anzusehen und doch für unsere Wildflora gefährlich!
Die Wölfe im Schafspelz!
In meinem Garten wohnen seit ewiger Zeit Kartoffelrosen (Rosa rugosa). Noch vom Vorbesitzer gepflanzt war ich immer sehr glücklich mit diesen duftenden, ungefüllten, rosafarbenen Blüten, an denen sich die unterschiedlichsten Insekten gütlich tun und die im Herbst auch noch tolle Fruchtstände bieten. Doch bei einer Gartenbegehung mit Fachleuten wurde ich informiert das diese Prachtrosen, die ich immer zu den "Guten" zählte, auf der Liste der Neophyten stehen! Das war gänzlich neu für mich, ich dachte genau das Gegenteil wäre der Fall! Durch Wurzelausläufer und Verbreitung der Samen durch Vögel ist sie invasiv.
Auch der Sommerflieder, den Schmetterlinge über alles lieben, steht im Handbuch der Neophyten. Er vermehrt sich rasant. In meinem Garten versucht er sich auch breit zu machen, doch ich biete ihm Einhalt, denn ich habe schon 3 Exemplare. Eine Möglichkeit die Ausbreitung zu verhindern ist, dass man die Blütenstände vor der Samenreife entfernt. Oder ihm den Garaus macht, indem er ausgebuddelt und entsorgt wird! Selbst die Samenstände am bestens verbrennen, nicht in die Mülltonne oder auf den Kompost!
Sich mit Neophyten zu beschäftigen ist spannend aber auch verwirrend! Die letzten Jahre habe ich lediglich Insektenfreundliche Stauden gepflanzt, jetzt weiß ich das ich nur noch heimische Pflanzen in meinen Garten lasse, damit Wildbienen und Co was zu beißen haben! Es ist gar nicht so einfach diese zu bekommen, da das Angebot in Gärtnereien oder Gartencenter mäßig ist! Es gibt nur wenige Vorreiter auf diesem Gebiet, eine ist die Staudengärtnerei Gaißmeier, in Illertissen.
Im März werde ich die schlimmsten Neophyten aus meinem Garten verbannen. Da wäre die Goldrute, Kartoffelrose, Rhododendron, Goldnessel, Mahonie und die Lanzett Herbstaster! Letztere liebe ich über alles, aber die Vernunft siegt!
Empfehlenswert: Handbuch der Neophyten, von Naturgarten ev.
Donnerstag, 21. Januar 2021
Frühling
Frühling auf dem Terrassentisch
Spontan aus dem Supermarkt die ersten Tulpen ergattert und den Terrassentisch neu inszeniert!
Schwuppdiwupp die letzten Weihnachtskugeln samt Freunde entsorgt und Platz gemacht für lila Tulpen!
Damit die Schnittblumen nicht so allein im kalten sind, werden sie von Zweigen des Fingerstrauchs und Silberblatt unterstützt. Das Trio findet in einer selbstgezimmerten Holzkiste Raum und trägt zu einem harmonischen Gesamtbild bei.
Da in unserer Region humane Temperaturen herrschen, können die Tulpen ohne Bedenken im Freien stehen. Wahrscheinlich werden sie bis zu 14 Tagen halten. Das Schöne an Tulpen ist, dass sie eine Eigendynamik entwickeln. Sie wachsen noch in der Vase und bewegen sich in die unterschiedlichsten Richtungen. Mir gefällt das, dieses eigenwillige, doch manchmal weise ich sie in ihre Schranken.
Das Wasser der Glasvasen habe ich rot gefärbt, um noch mehr Farbe zu liefern. Leicht und natürlich wirkend ist eine Deko entstanden, die mehrere Wochen bleibt, lediglich die Tulpen müssen erneuert werden.
Da der Fingerstrauch unter einer Linde steht, haben sich die Propeller des Baumes in den Zweigen festgesetzt, die Natur gestaltet mit!
Freitag, 15. Januar 2021
Vorgarten
Gartenzaun: davor und dahinter
Da der Vorgarten als Repräsentationsfläche gilt, wird auf seine Gestaltung meist besonderen Wert gelegt. So steht es bei Wikipedia!
Ich weiß nicht wie die darauf kommen und wo recherchiert wurde, die Vorgärten, die mir begegnen sind zum größten Teil leer, betoniert, gepflastert oder verwahrlost. Mülltonnen sind oft das erste was ins Auge sticht und im Sommer eventuell noch intensive Gerüche freisetzen. Auch gerne werden Koniferenhecken als Abschottung genommen, streng in Form geschnitten und undurchsichtig wie eine dunkle Mauer. Na klar, die machen ja wenigstens keinen Dreck und der Hausherr kann sich mit diversen stinkenden und lautstarken Mordinstrumenten wie Kettensägen, seine Aggressionen abbauen. Gestutzt, gedemütigt, in Form gezwängt und zum tristen Dasein verdonnert, stehen sie wie lebende Mahnmale.
Wenn ich durch die Wohngebiete laufe, staune ich immer wieder über die doch überaus ordentlichen Bürgersteige. Es wird peinlich darauf geachtet, dass bloß kein Pflänzchen seinen Platz im Garten verlässt! Selbst Blütenrispen oder Zweige, die sich eventuell zu weit aus dem "Gartenfenster" lehnen, müssen gestutzt werden. Das letzte Unkraut wird mit Gift, Flammenwerfer oder anderen Methoden besiegt, Hauptsache ordentlich!
Die Ordnung kennt Grenzen!
Bei mir ist das anders. Meine grünen Freunde haben die Ritze zwischen Bürgersteig und Gartenmauer für sich in Anspruch genommen. Flockenblumen, Spornblume, Alchemilla, Klee und sogar eine Herbstanemone versuchen sich, auf engstem Raum, zu etablieren. Ich finde es überaus charmant und lasse diese vorwitzigen Pflänzchen gewähren. Auch Moos darf sich präsentieren, im Sommer schwindet es sowieso durch die Trockenheit.
Der Efeu krabbelt über das kleine Mäuerchen und reckt seine Ranken zum Licht. Auch der Lavendel kann mit der Begrenzung nichts anfangen und lugt vorwitzig zwischen den Stäben hervor. Die Staudenwicke sitzt in den Starlöchern und bringt hoffentlich eine üppige Blütenpracht.
Ebenso meine Rose, die im Vorgarten einen optischen Höhepunkt darstellt, darf ihre hübschen Blüten gerne den vorrübergehenden Passanten entgegenrecken. Da der Bürgersteig sehr breit ist, haben Mensch und Pflanze genügend Raum. Mir ist schon bewusst das ein Gehweg keine Stolperfalle sein sollte! Aber so ein bisschen Lässigkeit gibt Raum für Überraschungen.
Lediglich im Sommer muss ich ab und zu Weinbergschnecken retten, die anscheinend die Orientierung verloren haben. Verwirrt schleichen sie auf dem Asphalt und wissen den Heimweg nicht mehr.
Wie schön ist ein lebendiger, bunter Vorgarten, der zum Verweilen einlädt und dem Auge schmeichelt. Selbst in dieser Jahreszeit, mit abgestorbenen Pflanzenfragmenten, hat er seinen Reiz. Auch wenn Nachbars Gartenhecke überaus korrekt zurechtgestutzt, meinen Garten noch "unordentlicher" erscheinen lässt. Diese Spezies ist von dem Aussterben bedroht. Haben wir Angst vor den Pflanzen? Oder ist der Arbeitsaufwand zu groß? Warum haben wir Gärten, wenn wir sie verwaisen lassen, zubetonieren oder als Last empfinden?
Ich freue mich schon auf den Februar, wenn meine Schneeglöckchen Armee den Vorgarten wieder mit Leben erweckt. Dann werden die ersten Insekten sich an dem Nektar und Pollen bedienen, der in dieser kalten Zeit so wichtig ist!
Galanthus nivalis ist eine heimische Staude, die Wildbienen Nahrung bietet! Sie wird max. 30cm hoch. Auch Winterling, Kornelkirsche und Weiden bieten zeitig eine Nahrungsquelle.
Wenn die schneeglöckchen verblüht sind und die Ameisen die Samen ordentlich verbreitet haben, dann fange ich langsam an die abgestorbenen Pflanzenteile abzuscheiden, damit der Neuaustrieb ungehindert beginnen kann.
Abonnieren
Posts (Atom)
Krautschau
Pflanzen zum Niederknien Einen Vortrag der besonderen Art, durfte ich gestern Abend erleben! Dr. Julia Krohmer, Wissenschaftskoordinatorin ...
-
Hasenglöckchen Eigentlich könnte man sich über eine Pflanze die problemlos daherkommt glücklich sein! Doch in diesem Fall sieht es ganz a...
-
Pflanzen zum Niederknien Einen Vortrag der besonderen Art, durfte ich gestern Abend erleben! Dr. Julia Krohmer, Wissenschaftskoordinatorin ...
-
Schnelle Deko Der Couchtisch forderte mich zum gestalten auf. Also ab in den Garten, ein paar Pflanzen geschnitten und in die Vasen verfrac...
